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Name: Archeo Norico (Burgmuseum Deutschlandsberg) Lage: 8530 Deutschlandsberg, Steiermark, Österreich Tel. +43 (3462) / 56 02 Öffnungszeiten: Täglich 9.30 bis 19.00 Uhr, letzter Einlaß 18.00 Uhr Eintritt: Vollpreis 9 €, Kinde ab 6 Jahren 6 €, Studenten mit Ausweis oder Pensionisten 8 €, Studentengruppen ab 10 Personen 6 €. Plus / Minus: + Große Menge interessanter Fundstücke - Hindernisparcours (extrem behindertenunfreundlich), Funde oft aus dubiosen Quellen (Raubgrabungen...), Teile der Ausstellung von Pflichtschülern designt, Erläuterungen teils falsch Keltologisches Interesse: * (von *****) |
| Deutschlandsberg - die Raubgräberburg | |
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Selten ist ein Museumsbesuch ein derartiges Wechselbad an Gefühlen wie im Burgmuseum Deutschlandsberg, das sich auch Archeo Norico nennt. Die Ausstellung, die treppauf-treppab führt und deren Besichtigung körperlich nicht wenig anstrengt, zeigt eine große Menge interessanter eisenzeitlicher Funde, die v.a. aus der Südsteiermark stammen. Hier tritt gleich das erste Problem zu Tage: die Präsentation der Exponate ist großteils äußerst amateurhaft. Viel zu viele Fundstücke liegen wild durcheinander. Weniger, verbunden mit besserer Raumnutzung, wäre hier mehr gewesen. Das nächste Ärgernis ist die mangelhafte Kennzeichnung vieler Funde. "aus der Region von XY" ist eine mangelhafte geographische Angabe, die aber wohl deswegen in dieser Weise erfolgen muß, weil viele Fundstücke offenbar Raubgräbern abgekauft worden sind. Eine Praxis, die teils auch von staatlichen Museen bis in die jüngste Vergangenheit ausgeübt wurde und die hoffentlich endlich der Vergangenheit angehört. Wirklich ärgerlich ist das z.B. bei Teilen von eisenzeitlichen Wägen, da in Österreich ein echter Mangel an professionell dokumentierten Wagengräbern herrscht. Es hätte derer, wie man sieht, mehrere gegeben, allerdings sind sie zum Großteil irgendwelchen Schmalspur-Indiana-Jones' zum Opfer gefallen, die mit Metalldetektoren auf Schatzsuche waren. Wenigstens sind die Stücke in der Deutschlandsberger Sammlung gelandet - und damit der Öffentlichkeit zugänglich - anstatt auf den Kaminsimsen der Raubgräber, aber der Mangel an Dokumentation macht sie wissenschaftlich unbrauchbar. Daß ein ganzer Raum von Pflichtschülern im Rahmen eines Schulprojekts gestaltet worden ist und daß diese teils himmelschreienden Blödsinn falsch aus populären Lexika abgeschrieben und damit Schautafeln gestaltet haben, macht das Maß voll. (Die Schlacht bei Hastings 1066 VOR Christus...) Da bewirkt die Unfähigkeit der Designer der Museumswebsite, den Einleitungstext nicht mit zwei schweren inhaltlichen Fehlern in einem Satz zu beginnen, nur noch ein müdes Lächeln. (An die Designer der Museumswebsite: Die Kelten sind, bittschön, KEIN Volk. Schon gar nicht das "erste in Mitteleuropa, dessen Namen wir kennen". Und auf dem europäischen Festland wird heute sehr wohl noch eine keltische Sprache gesprochen. Bitte in der Wikipedia unter "Bretonisch" nachlesen.) Es ist dem Museum nur allzu deutlich anzumerken, daß hier ein privater Sammler alles zusammengetragen hat, was nicht niet- und nagelfest war. Daß er die entstandene Sammlung öffentlich zugänglich gemacht hat, ist äußerst positiv. Negativ sind aber die unprofessionelle Präsentation und die mangelhafte wissenschaftliche Aufbereitung. Da zeigt sich, wie sehr die Profilierungssucht und Sammelmanie begeisterter Amateure (bzw. noch viel mehr die ihrer Lieferanten, der Möchtegern-"Hobbyarchäologen" = Grabräuber) der Wissenschaft schaden kann. Ein vernünftiges Kuratorium könnte allerdings aus der Sammlung sehr viel mehr machen, als heute zu bemerken ist. (breizhatavpilamiks) |
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